SK Lehrte  


Viermal fünf gegen sechs


  Tobias Brockmeyer   Sun, 20 Mar 2022 16:07:30

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Viel zu viel Schach an einem Wochenende? Naja, das gibt es eigentlich nicht. Aber wenn es das gäbe, dann heute: Wir waren nämlich gleich an mehreren Fronten unterwegs: In der Frauenbundesliga mussten wir uns an diesem Wochenende gegen die Teams aus Löberitz und Leipzig behaupten, in der 2. Frauenbundesliga gegen Delmenhorst und Hamburg. Und dann gibt es noch Pi mal Daumen neun weitere Erwachsenenmannschaften, die heute auch noch punkten mussten. In diesem Artikel vergessen wir die aber erstmal kurz und schauen uns nur das Wochenende aus Sicht der Frauenmannschaften an.

Klare Sache: Es waren vier harte Spiele. Weil wir gegen den Abstieg kämpfen und nominell meist die Außenseiter sind? Naja, das könnte man zwar behaupten, aber das kompensieren wir natürlich mit Kampfgeist und Entschlossenheit. Problematischer war da eher, dass wir in beiden Mannschaften nur zu fünft spielten.

Für die erste Mannschaft ging es nach Löberitz, wo die Atmosphäre zwar grundsätzlich gastfreundlich war, allerdings wurde der Eindruck dadurch zerstört, dass die gastgebende Mannschaft uns am Samstag erstmal mit 4½:1½ besiegte. Weil wir mit einem Rückstand von 0:1 starteten, mussten wir auf volle Punkte hoffen. Am ersten Brett wurde es schnell kompliziert und zwischenzeitlich sah es nicht so prickelnd für Fiona aus, die sich dann im Endspiel jedoch eine angenehme Stellung mit Springer auf f6 erarbeiten konnte. Schließlich bediente sich ihre Gegnerin in der folgenden Stellung am vergifteten h-Bauern von Fiona und verlor dadurch schließlich die Partie.

Auch Steffi verwickelte ihre Gegnerin in einen harten Kampf und versuchte bis zuletzt, sich im Endspiel durchzusetzen. Es blieb allerdings nur ein Turmendspiel mit Bauern auf einem Flügel übrig, dass vollkommen remis war. An den hinteren drei Brettern waren keine Punkte für uns drin.

Das Vorbild für den Sonntag macht die zweite Mannschaft, die sich zu fünft zwei Mannschaftspunkte gegen Hamburg II erkämpfte. Von den fünf tatsächlich gespielten Partien konnten die Gegner kaum Punkte mitnehmen: Monika, Barbara und Jessica bezwangen ihre Gegnerinnen und sammelten damit die ersten drei Brettpunkte für den SKL. Der fehlende halbe Punkt für den Mannschaftssieg kam von unserer Gastspielerin Anna, sodass wir mit insgesamt 3½:2½ einen unerwarteten Sieg feiern konnten.

Am nächsten Tag konnte leider niemand diesem Vorbild folgen. Ganz offensichtlich ist die Zeitkontrolle in der Frauenbundesliga zu lang, denn nachdem Fiona am Spitzenbrett zwar schlechter, aber zumindest kompliziert stand, hofften wir natürlich auf einen Fehler ihrer Gegnerin in Zeitnot. Die war in der Partie nämlich sehr präsent. Leider ließ sie nichts anbrennen. Wir verloren die Partie und mussten uns mit zwei Ehrenremis von Nicole und Petra begnügen. Mein Vorschlag: Aufschlag für unsere Gegnerinnen abschaffen!

Gegen Delmenhorst stand ein erneuter Sieg von Barbara auf dem Plan. Weil auch bei den Gegnerinnen eine Spielerin fehlte, gingen wir mit einem Spielstand von 1:1 ins Rennen, sodass mit Barbaras Sieg ein weiterer Punkt schon gereicht hätte, um zumindest eine Niederlage abzuwehren. Der war aber leider nicht drin. Stattdessen gab es ein remis von Finja an Brett 6, das bei einer Elo von 2010, die ihre Gegnerin hatte, jedoch auch als Erfolg zu verbuchen ist.

Wir halten fest: Für die erste Mannschaft kann es nur besser werden. Mir wurde zwar schon versprochen, dass wir alles daran setzen, es nicht wieder so spannend wie beim letzten Mal zu machen, aber am Ende ist es natürlich egal, wie wir die Klasse halten. Bei der zweiten Mannschaft sieht es hingegen schon ganz gut aus. Mit dem gestrigen Sieg sind wir zumindest nicht akut gefährdet.