SK Lehrte  


Namaste!


  Lara Schulze   Sat, 05 Oct 2019 17:43:28

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Fast die Hälfte des Turniers ist vorbei. Kaum zu glauben…

Meine 4. Gegnerin mit dem unaussprechlichen Namen Nomindalai Tumurbaatur kam aus der Mongolei. Es kam eine scharfe Variante des Londoner Systems aufs Brett, in der Schwarz (ich) einen Bauern opfert und dafür gute Kompensation erhält. Mich erfasste eine Welle der Euphorie, als meine Bauern von h7 und g7 schließlich auf h3 und g3 angekommen waren und die gegnerische Königsstellung zerstörten. Nach einer Zeitnotphase beiderseits stand eine klar gewonnene Stellung für mich auf dem Brett, in der meine Gegnerin auf Zeit verlor. Das war wohl eine der coolsten Partien, die ich je gespielt habe ;). Wenn doch bloß alle Partien so cool wären…

In der 5. Runde bekam ich es mit einer US-Amerikanerin zu tun. In einer Italienisch-Partie gewann ich zunächst einen Bauern, da die Stellung jedoch sehr scharf war und meine Gegnerin eine Menge Gegenspiel besaß, verflachte die Stellung schließlich und wir einigten uns auf Remis.

Nach 2 Siegen mit Schwarz und 3 Remisen mit Weiß kann ich nur sagen, dass ich wohl an meinem Weißrepertoire arbeiten muss… aber da ich morgen wieder Schwarz bin, kann sich der Trend meinetwegen auch noch ein wenig weiter fortsetzten :-).

Die Turnieratmosphäre ist hervorragend. Gespielt wird in einem großen, hübschen Saal; Wasser, Kaffee, Tee und Kekse werden den Spielern zu Verfügung gestellt. Hut ab für die Konsequenz mit der hier gegen Betrugsversuche vorgegangen wird. Jeder einzelne Spieler wird vor dem Betreten des Spielsaals mit Metalldetektoren abgescannt, zusätzlich auch nach jedem Toilettengang. Eigene Stifte, Armbanduhren jeder Art und Taschen sind nicht erlaubt. Auch dürfen keine Eltern, Trainer und noch nicht mal die Delegationsleiter im Spielsaal zuschauen.

Das Essen ist gewöhnungsbedürftig, aber lecker. Es gibt größtenteils indisches Essen mit Namen, unter denen man sich nichts vorstellen kann. Also gilt hier das Motto „Probieren geht über Studieren“.  Am besten schmeckt das indische Brot namens „Bhakri“. Nur mit dem indischen Frühstück konnte ich mich noch nicht anfreunden, da hier keine normalen Brötchen, Käse, Wurst oder ähnliches zu finden sind. Stattdessen sieht auch das Frühstück so aus, als wäre es ein Mittagessen.

Nun noch ein Satz zur Überschrift: „Namaste“ ist ein im Hinduismus weitverbreiteter Gruß, wobei üblicherweise beide Handinnenflächen zusammengeführt werden und freundlich genickt wird. Namaste bedeutet wörtlich übersetzt „Verbeugung zu dir“. Eine sehr respektvoller Grußgeste…

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