SK Lehrte  


DEM 2017 in Willingen: Werden Turniersiege vererbt?


  Tobias Brockmeyer   14. Juni 2017

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Der Fokus der Deutschen Schachjugend richtete sich über Pfingsten in diesem Jahr wieder mal auf das Sauerland, wo die Deutsche Jugendeinzelmesterschaft stattfand.Am Samstagabend (3. Juni) fand in der traditionellen Eröffnungsfeier unter anderem wieder die Ehrung der Spielerinnen und Spieler des Jahres statt. Jörg Schulzgab die Gewinner der Abstimmung bekannt als Fiona Sieber (U20w), Matthias Blübaum (U20), Vincent Keymar (U14) und Jana Schneider (U14w). Da ich in diesem Jahr endlich malselbst vor ort war, kann ich an dieser Stelle noch eine Frage an den Leser loswerden: Wie viele Landesverbände sind beim Einlauf der Länder wohl eingelaufen? Entgegen derweitverbreiteten Kenntnis, das Deutschland 16 Bundesländer hat, sind es nämlich 17 (Baden und Württemberg sind getrennt). Am nächsten Tag starteten die insgesamt fünfteilnehmenden Lehrter dann ins Turnier - zwei von ihnen sogar schon vorher, da das kika-Turnier schon am Samstag begann. Man musste ja bis Montag fertig werden.

Dabei waren Jannik und Bennt Kieselbach (kika-Turnier), Lara Schulze (U16w), Lukas Schulze (ODJM B) und meine Wenigkeit (ODJM A). Am Sonntag spielten wir direkt eine Doppelrunde, um es an den meistenfolgenden Tagen dann ruhiger angehen zu lassen. Besonders entspannt waren die Tage, an denen nur um 14:30 Uhr eine Runde gespielt wurde.

Fabian Stotyn hat ja auf der NSJ-Seite bereits tolle Tagesberichte verfasst - darum verzichte ich mal darauf,den gesamten Turnierverlauf darzustellen und beschränke mich auf die Ergebnisse:Am Montag wurde mit dem kika-Turnier das erste Turnier fertig und Niedersachsen durfte mit Jannik Kieselbach, der in die Fußstapfen seines Bruders, der im letzten Jahr Meister war, getreten ist,seinen ersten Meister feiern. Mit 6½ aus 7 Punkten setzte Jannik sich sicher gegen seine Konkurrenz, die mit einer DWZ von bis zu 1277 nicht schlecht war, durch. Das mit dem Motto Minionsdurchgeführte Turnier war mit insgesamt 64 Teilnehmern besetzt (eine schöne Zahl übrigens!), von denen Bennet Kieselbach den 28. Platz belegte.

Die anderen Turniere kamen derweil erst richtig in Fahrt und in der U16w reichte eine starke Vorstellung von Lara Schulze mit 8 aus 9 Punkten, um ziemlich deutlich Deutsche Meisterin zu werden.Ihre Konkurrentin Jana Schneider trat in diesem Jahr in der U18 an und die neue Hauptkonkurrenten Annmarie Mütsch räumte Lara in der vierten Runde mit einem strategisch überzeugendenSveshnikov-Sizilianer vom Brett. 2½ Punkte hinter Lara platzierte Leonore Poetsch sich auf Platz 2.

Im offenen B-Turnier belegte Lukas Schulze den achten Platz - mit immerhin 6 aus 9 Punkten. Mein Turnier startete gut mit zwei Siegen und nach einem etwas längeren Zwischentief beendete ich es auch mit zwei Siegen.

Was ich auf keinen Fall unerwähnt lassen möchte, ist das Rahmenprogramm, das vom Helferteam wieder wundervoll organisiert worden ist. Beim Blitzturnier am Donnerstag und beim Tandemturnier am Freitag lagen wohl dieschachlichen Höhepunkte des Rahmenprogramms. Ich traue mich nicht, mich auf eine genaue Anzahl der niedersächsischen Teams beim Blitzturnier festzulegen, doch ein Team hat es relativ weit nach oben geschafft:Das Team um Hannes Ewert (neuer U16-Vizemeister), Daniel Prenzler und Fabian Stotyn konnte von den neune Spielen sechs für sich entscheiden. Beim Tandemturnier ist mir allerdings leider kein erfolgreichesniedersächsisches Team bekannt.

Nach der Siegerehrung am Samstagabend, ziemlich genau eine Woche nach der Eröffnungsfeier, wurde die Nacht für einige Niedersachsen zum Tag, um bei der Abreise am folgenden Tag auch angemessen müde zu sein.Für mich war die DEM ein tolles Erlebnis und für den einen oder anderen Lehrter darüber hinaus auch noch sehr erfolgreich. Mal sehen, ob im nächsten Jahr Bennet den Titel von Jannik erbt...

Foto: Jannik Kieselbach / Lara Schulze

Alle Partien und Ergebnisse gibt es übrigens online auf der Seite der DEM.