SK Lehrte  


Wir in Vanves: Vergleichskampf auf Französisch


  Jens Schmugge   Tue, 08 Aug 2017 22:38:56

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Vom 29.07.-01.08.2017 war es endlich so weit und eine Delegation unseres Vereins besuchte erstmals unsere französische Partnerstadt. Angeführt von Monsieur Marc, der mithilfe seiner bravourösen Französischkenntnisse die Herzen aller zu erobern wusste, erlebten wir ein paar ereignisreiche Tage.

Zwar tat sich doch nicht mehr spontan die Möglichkeit auf, vor Ort ein Schachturnier mitzuspielen, aber Marc fand einen recht spielstarken Verein im Nachbarort von Vanves und fädelte für uns einen Vergleichskampf ein. So kam es, dass wir 14 aus Deutschland angereiste auf 14 Schachfreunde in Issy-Les-Moulineaux trafen und im Rahmen eines 7-rundigen Schnellschachturniers bespielten.

Besondere Schwierigkeit dabei: Es sollten keine Spieler gleicher Nationalität gegeneinander spielen. Dass sein Schachprogramm das nicht kann, wusste unser französischer Turnierleiter natürlich leider fiel ihm das aber erst wenige Minuten vor Turnierstart auf. Die mitgebrachten Spielerkärtchen reichten erst auch nicht. Und für die Auslosung fehlte auch zunächst die richtige Idee.

Trotz allem lief das Turnier dann ziemlich gut, obwohl es insgesamt zwei Stunden länger dauerte als geplant. Es entstand in einer unwahrscheinlichen deutsch-französischen Zusammenarbeit ein recht erfolgreich ausgetragenes Turnier mit nur ein paar wenigen Schönheitsfehlern: Einen Punkt zu viel zum Beispiel hatte am Ende Frank laut eigener Aussage, was ihn sehr betrübte und unser 1. Vorsitzender Jan spielte gleich zwei Mal gegen denselben Gegner. Aber der sagt ja auch nichts…

Am Ende und nach mehrmaligem Nachrechnen standen mit recht knappem Vorsprung wir vom SK Lehrte als Sieger fest. Erfolgreichster Spieler war unser normalerweise passives, vor Ort aber sehr aktives Mitglied Fabian Stotyn mit 6,5 Punkten. Die restlichen Ergebnisse sind sicherlich demnächst dem Pattblatt zu entnehmen.

Die Erkenntnis des Tages: Ein Großteil der Franzosen versteht offenbar das Wort „Remis?“ nicht. Nicole hatte jedenfalls große Schwierigkeiten, mithilfe dieser Frage zu remisieren. Mit der Frage nach einem „Match nul?“ (sprich: „matsch nüll“) wäre sie weiter gekommen.

Aber genug davon. Wir waren ja nicht nur zum Schachspielen unterwegs (wer hätte das nach einem Blick auf das Gruppenfoto noch gedacht?), sondern auch, um uns kulturell zu bereichern. Hauptsächlich geschah das über das Aufsuchen diverser Restaurants, die meist durch kleine Portionen, hohe Preise, dafür aber auch guten Geschmack brillierten. Vielleicht das Highlight in der Hinsicht war eine Pizzeria, die auf jede zweite angebotene Pizza zu dem sonst üblichen Belag noch ein Ei addierte. Kreativ.

Gemeinsam widmeten wir uns auch der Erkundung unserer Partnerstadt Vanves, am Tag nach dem Wettkampf auch derer von Paris. Bei unserer Bootstour über die Seine sparten wir durch cleveres Kalkulieren viel Geld, obwohl nicht ganz so viel aber wie die zwei, denen unser Vorsitzender unsere zwei übrigen Tickets verkaufte. Die Macarons, die wir als Geschenk von unseren Gegnern bei dem Vergleichskampf bekommen hatten, schmeckten uns dennoch vorzüglich.

Eiffelturm, Notre-Dame, Place de la Concorde, Champs-Élysées, Arc de Triomphe, der Platz, an dem Lady Di starb, die Galeries Lafayette und schließlich das Sacré-Cœur lagen an diesem Tag alle auf unseren Wegen. Zum Paris-Experten avancierte allerdings nur Helmut, der schon ein paar Tage vor uns anderen anreiste und viele Museen auf eigene Faust unsicher machte.

Blieben nur noch die Anekdoten der Nacht. Die allerdings könnte ich gar nicht alle aufzählen. Wäret Ihr mal mitgefahren… Eines aber darf ich wohl verraten: Mit Uber* fährt Jan in seinem Leben nicht mehr.

* Dem Taxi ähnlicher Dienst, der in Deutschland verboten ist.